Gleich vorweg, es geht bei unserem Ausflug nach Phi Phi eigentlich um die Besucher aus den sogenannten RIC-Ländern (Erklärung BRIC). Der B (= Brasilien) Anteil beschränkt sich nur auf den Stringtanga einer französischen Urlauberin, mit dem sie bei ihrem Morgenspaziergang Copacabana-Flair auf dem feinen Sandstrand der thailändischen Andamanen-Insel Phi Phi Don verströmt. Von mir sensibel registriert, von den zahlreichen chinesischen Hotelgästen auf ihrem Weg zum Frühstücksbuffet nicht wahrgenommen. Auch ich morgenspaziere am (noch) einsamen Strand, unter anderem auch zur Bungalowanlage des nahen P.P. Natural Resort. Aus reiner Nostalgie, habe ich doch bereits vor mehr als 25 Jahren bei meinem ersten Ausflug nach Phi Phi dort gewohnt (als es noch P.P. International hieß und die einzige gute Hotelanlage war). Hier entdecke ich das wahrscheinlich einzige Verbotsschild der Insel.

TaiPan Reiseblog - Thailand - Phi Phi - Verbotsschild

Auf Phi Phi herrschen strenge Regeln, denn: Das Streicheln von Seekatzen und Möwen mit löchrigen Händen ist verboten!

Die Phi Phi Inseln sind (wieder) hoch beliebtes, daher stark besuchtes Reiseziel. Bei Rucksack-Touristen, Individual- und Gruppenreisenden. Aus der ganzen Welt. Die Besucher aus den RIC-Ländern wecken mein besonderes Interesse.

China-Impressionen

Eine chinesische Familie hat offensichtlich auch sehr früh gefrühstückt. Um danach noch bei Morgenstimmung halbprofessionelle Honeymoon-Fotos zu schießen. Der Bräutigam ist offensichtlich sehr verliebt, seiner groß gewachsenen Junggattin entkommt kein Lächeln. Wie auch, sie musste bei rund 28 tropisch-feuchten Morgengraden (wieder) in ihr bodenlanges, weißes Brautkleid schlüpfen und wird von ihrem Mann permanent fotografiert. Als ihr die Posen ausgehen, übernimmt die Schwiegermutter lautstark das Kommando. Schwiegerpapa beobachtet währenddessen interessiert das Meer.

In den letzten Jahren hat sich nicht nur Wien, Salzburg, Hallstatt, Österreich, die ganze Welt, sondern auch Thailand zum beliebten Reiseziel für Besucher aus dem „Reich der Mitte“ entwickelt. Pro Jahr besuchen Millionen von Chinesen Bangkok, machen kurze Rundreisen und Urlaub, spazieren früh morgens durch die Gegend wie zum Beispiel hier am Laem-Tong-Strand im Norden der Insel. Fotografieren ununterbrochen (80 % Selfies), shoppen und genießen zudem die Schätze der siamesischen Küche.

Ein Ausflug nach Phi Phi ist beliebt

Auf einer Veranstaltung des thailändischen Fremdenverkehrsamtes während der Reisemesse ITB in Berlin vernahm ich mit Staunen, dass die Zahl der Touristen aus Russland ebenfalls die Millionengrenze überschritten hat. Der russische Markt ist damit ungefähr gleich groß wie der gesamte westeuropäische. Damit haben uns Iwan und Irina heute bereits überholt. Den in Bangkok, Pattaya und Phuket aufschlagenden Maschinen aus Kaliningrad, Krasnojarsk und Wladiwostok entsteigen massencharterhaft sonnenhungrige russische Gäste.

Dies hat auch für die in unseren Ohren so exotisch-paradiesisch klingenden Phi-Phi-Inseln Konsequenzen. Phi Phi Don ist die bewohnte, hat Sandstrände und Resorthotels. Phi Phi Lei heißt die unbewohnte, landschaftlich spektakuläre Insel. Sie ist mit ihren Buchten und Felsen attraktives Ausflugsziel, besonders für die vielen Tagestouristen aus Phuket, Koh Lanta und Krabi.

Russland-Impressionen

Es ist 11.15 Uhr, zwei Schnellboote mit jeweils beachtlichen drei 225 PS starken Honda-Motoren nähern sich geräuschvoll, landen ganz nahe bei uns und spucken rund 50 russische Touristen aus. Von der dreijährigen Natascha im Arm von Wladimir, dem Mittelschicht-Oligarchen, über das Fast-Model Tatjana bis zur leicht orientierungslosen, aber gemütlichen Olga-Oma. Unter strengem Kommando ihrer Reiseleiterin sammeln sie sich am Strand, erhalten ihre Essen-Coupons und werden dann sofort ins nahe Restaurant geleitet. Das große Ausflugsschiff und weitere Schnellboote aus Phuket mit Hunderten von internationalen Tagesbesuchern aus allen Kontinenten werden hingegen erst in einer halben Stunde im fast zehn Kilometer entfernten Hafen der Tonsai Bay ankommen.

Sehr gut sind sie im Eravan Palms Resort auf hungrige Touristen aus Russland eingestellt. Ein reichhaltiges Buffet ist vorbereitet und zusätzlich Unmengen an aufgebackenen Laberln, Alternativgebäck zu dem in Russland so beliebten Schwarzbrot. Was auch ein bisschen anders ist und mir als Singha-Sympathisant sofort auffällt: Es wird kein Bier serviert. Dafür werden zusätzlich aus der Strandbar nebenan viele weiße Kartons gebracht und auf den Tischen verteilt. Es ist Sang Som, der bekannte Thai-Rum. Auch Olga-Oma sagt na starovje.

Indien-Impressionen

Die russische Gruppe ist gerade bei der Thai-Version von Boeuf Stroganoff und beim Nachschenken, als mit ohrenbetäubendem Lärm vier Longtail-Boote den schmalen, abgegrenzten Bereich der Schwimmer raffiniert umschiffen und elegant halten. Fast dreißig indische Besucher, alles Männer, absolvieren ihren Ausflug nach Phi Phi und betreten den mit den mittlerweile gelandeten Tagesbesuchern und uns Hotelgästen nicht mehr ganz so einsamen Paradiesstrand. Lassen sich von meiner, das Uferpanorama nur unwesentlich beeinträchtigenden Strandliege nicht stören. Sie sind, auch später, leicht zu identifizieren: Sie haben alle aus dem Badezimmer ihres Hotels in Phuket ein hellblaues Handtuch mitgenommen und geben es nicht mehr aus der Hand.

Der Großteil der Inder hat dichte Schnurrbärte, die anderen bis zu mehr als dreißig Zentimeter lange, gewaltige Vollbärte. Die meisten setzen sich einfach in die Nähe des Strandrestaurants und verweilen in hinduistischem Gleichmut. Hingegen tummeln sich bald drei von ihnen schwimmwestengesichert im kniehohen Meer. Einer schnorchelt tollkühn durch die Fluten und beobachtet mangels Korallen die Muster, die die beginnende Ebbe in den Meeressand zeichnet. Dann wenden auch sie sich dem vorbereiteten Mittagsbuffet zu. Das natürlich aus viel Curry besteht. Auch sie trinken kein Bier, jeder erhält ein großes Glas Wasser.

Honeymoon

Zwischenzeitlich hat der chinesische Göttergatte beschlossen, eine Zusatzfotosession einzulegen. Seine Braut glättet zum wiederholten Mal ihr nun schon etwas unweißes Kleid, fährt sich durch das verschwitzte Langhaar und wirft sich routiniert in romantische Pose. Ihre Großfamilie wird sich später einmal fragen, inwiefern das Foto eines im Hintergrund lauernden Vollbarts mit blauem Handtuch neben einem gerade das Mittagessen verdauenden Russen das junge Eheglück und die lustvollen Momente der Phi-Phi-Flitterwochen symbolisieren. Schwiegerpapa beobachtet indessen interessiert das Meer.

Um 13.00 Uhr verlässt, angeführt von der energischen Olga, die russische Gruppe den Strand. Der Ausflug nach Phi Phi ist beendet. Die dreijährige Natascha muss jetzt alleine gehen, Wladimir konzentriert sich auf sich selbst. Angekommen sind die Ausflügler mit 675 PS. Von der Insel verabschieden sie sich mit 67,5 Promille. Was für 35 gestandene Mannsbilder ja nur zu vernachlässigende 1,9 Promille pro Russki sind.

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Über den Autor:


Der langjährige Geschäftsführer des Spezialveranstalters Eastlink ist Partner der ersten Stunde von Tai Pan. Der 2cv-Fahrer und Transsib-Enthusiast hat sein Hobby zum Beruf gemacht und entwickelt seit vielen Jahren innovative Reiseprogramme. Zumeist Richtung (Ferner) Osten.
E-Mail: tretenhahn@eastlink.at