Botswana: den Big Five auf der Spur

Botswana ist die exklusivste Safari-Destination im südlichen Afrika. Im Kleinflugzeug über das in verschiedenen Grün- und Blautönen changierende Okavango Delta zu fliegen, zählt zu meinen schönsten Erlebnissen und bleibt für immer im Gedächtnis.

Victoria Falls – Kasane – Okavango Delta

Im Jänner 2017 durfte ich auf Einladung dieses fantastische Land bereisen. Von Victoria Falls in Simbabwe ging es auf dem Landweg in guten 1,5 Stunden zur Grenzstadt Kasane. Dort werden in einer kleinen Zollhütte die Pässe kontrolliert und eventuelle Visa (Österreicher benötigen keines) ausgestellt. Das ist recht unkompliziert und dauert nicht lange. Wieder rein ins Auto und weiter zum Flughafen, wo auch schon unser Kleinflugzeug auf uns wartet. Mein großer Koffer mit Rollen bleibt hier; die Weiterreise erfolgt mit kleinem Handgepäck. Für eine Safari braucht man ja außer ein paar Shirts, einer molligen Fleece-Jacke und ein bis zwei langen Hosen nicht viel. (in den Lodges wird alles binnen einem Tag gewaschen und ist dann wieder einsatzfähig)

Im Flugzeug klebe ich im wahrsten Sinne des Wortes am Fenster: der Ausblick über das Netzwerk aus Grasflächen, Inseln und Sümpfen, durch die sich der Okavango zieht, ist eines der besten und intensivsten Erlebnisse meines Lebens. Mir fehlen noch immer die Worte, nichts wird dieser Szenerie gerecht – man muss es einfach selbst erleben.

Nach zwei Flugstunden erwarten uns am Airstrip unserer Unterkunft schon einige Zebras, für die der tägliche Flieger wohl eine willkommene Abwechslung darstellt. Im offenen Safariwagen werden wir zum wunderbaren Abu Camp gebracht, das uns für zwei Nächte beherbergen wird.

Okavango Delta

Am Abend genießen wir am Lagerfeuer um die Boma nicht nur den unglaublichen afrikanischen Sternenhimmel, sondern auch herrliche Cocktails. Mein favourite ist ein eisgekühlter Gin Tonic mit Gurke – auch Hendricks nach der gleichnamigen Spirituose genannt. Dieser Drink soll ja vor Malaria schützen. Dass es eher das chininhaltige Tonic ist, das dafür zuständig ist, muss man ja nicht laut sagen. Das gesamte Delta ist übrigens Malariagebiet. Eine Prophylaxe ist daher empfehlenswert.

Das Dinner ist einfach nur fantastisch. Ich staune über die Qualität und das Angebot der Speisen, muss doch alles auf dem Luftweg eingeflogen werden. Selten habe ich so gut gegessen wie im Busch – auch das Auge isst hier mit.

Früh morgens begeben wir uns auf eine erste Pirschfahrt. Die Luft ist noch erfrischend kühl und wir kuscheln uns in unsere warmen Jacken. Die ersten Tiere, die uns begegnen, sind hungrige Geparde auf der Jagd. Wir fahren ihnen hinterher und sind beeindruckt von der enormen Geschwindigkeit, die diese schnellsten Tiere der Welt hinlegen.

Nach einem Frühstück mit heißem Kaffee und Tee, die wir mit dem köstlichen Amarula versüßen – ein wunderbar cremiger Likör, der zu einer Safari unbedingt dazu gehört – sichten wir eine Herde Büffel. Diese großen Rinder wirken friedlich, können aber durchaus sehr gefährlich werden. Wir unterhalten uns nur flüsternd, reichen die Ferngläser herum und bestaunen die Tiere.

Zurück im Camp unternehmen wir mit den dort lebenden Elefanten einen ca. zweistündigen Walk. Eine einzigartige Erfahrung! Entzückend wie die Babys sich im Schlamm wälzen, um so ihre empfindliche Haut vor der Sonneneinstrahlung zu schützen – mineralischer Sonnenschutz eben und ganz natürlich. Von wegen Dickhäuter! Wir können uns nicht sattsehen, kommen mit den Kameras ganz nah und kriegen so auch unsere Portion Sonnencreme ab.

Am späten Nachmittag fahren wir wieder hinaus und erspähen ein Rudel Löwinnen, das scheinbar satt und zufrieden ausruht. Die Damen räkeln sich im Gras und beachten uns überhaupt nicht. Wir sind maximal 5 Meter mit unserem Jeep entfernt. Ich bin so aufgeregt und fasziniert, dass ich ganz vergesse mich zu fürchten.

Diesen Tag voller Herzschlag-Momente lassen wir bei einem Sundowner ausklingen. Mit einem blütenweißen Tuch wird ein Klapptisch gedeckt, kleine Snacks und verschiedenste Getränke werden darauf ausgebreitet. So lässt sich der spektakuläre Sonnenuntergang genießen.

Am nächsten Tag geht es wieder zeitig los und ich bin gespannt, was wir alles sehen werden. Die Affen in den weit entfernten Bäumen kreischen wie verrückt, wir nähern uns und versuchen herauszufinden, woher die Gefahr wohl kommt. Die kleinen Racker blicken alle in dieselbe Richtung und hören nicht auf zu schreien. Unser Ranger hat eine Vermutung und fährt langsam weiter; wir haben Anweisung nicht zu sprechen und Ausschau nach etwas Ungewöhnlichem zu halten. Und nach einer Weile finden wir auch den Grund für die Affen-Aufregung: gut getarnt hängt ein majestätischer Leopard lässig von einem Ast hoch über uns. In diesem Moment verspüre ich nur großen Respekt vor dieser Wildkatze und bin ehrfürchtig still.

Okavango Delta – Victoria Falls

Nach dem Mittagessen im Camp heißt es auch schon wieder Abschied nehmen. Auf dem Weg zum Airstrip haben wir das große Glück, drei weißen Spitzmaulnashörnern zu begegnen. Diese starken, würdevollen Riesen sind extrem gefährdet und nur ganz selten zu sehen. Während unserer Tour haben wir nun tatsächlich alle Vertreter der Big Five (Elefant, Büffel, Löwe, Leopard, Nashorn) gesichtet. Welch ein Geschenk!

Mit dem schon vertrauten Kleinflugzeug geht es zurück nach Kasane – nein halt, der Pilot hat eine Überraschung für uns: er fliegt uns direkt nach Victoria Falls. Und mein Hartschalenkoffer, den ich abholen sollte? Ja, der wartet in Vic Falls auf mich – die Kommunikation hat wunderbarst funktioniert. Das ist Service in Perfektion.

Beschaulich, besinnlich und bewegend war diese fantastische Reise. Ich komme begeistert zurück und bin jederzeit bereit, dieses Abenteuer zu wiederholen. Ein Teil meines Herzens wird immer in Afrika bleiben.

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Über den Autor:


Susanna blickt bereits auf 35 Jahre Erfahrung in der Reisebürobranche zurück. Ihre unterschiedlichen Reisen nach Asien, Südamerika und auf den afrikanischen Kontinent sind Motivation und Inspiration für ihre Arbeit.
E-Mail: susanne.raidl@taipan.at
Tel.: +43 (1) 90 229-912