Die Rundreise durch Japan, dem Land der aufgehenden Sonne, offenbarte uns ein dynamisches, hochmodernes Land mit alter Tradition und Kultur. Viele historische Städte mit Tempelanlagen, Schreinen und eine landschaftliche Vielfalt, die uns begeisterte.

Tag 1

Abflug von Wien mit Austrian Airlines nach Tokio

Tag 2

Nach elf Flugstunden kamen wir um 07.00 Uhr morgens am Narita Airport an. Am Flughafen erwartete uns unser Reiseleiter Joschi-San, der uns die nächsten zehn Tage begleitete. Natürlich war Joschi nur eine lustige Abkürzung seines richtigen Namens, der für uns ein Zungenbrecher gewesen wäre. Da wir nach der Ankunft im Hotel noch keine Zimmer zur Verfügung hatten, erstellte uns Joschi-San einen Plan für die U-Bahn, mit einigen Möglichkeiten die Stadt bis zum Zimmerbezug auf eigene Faust zu erkunden.

Wir machten uns auf den Weg zum dem 333 m hohen Tokyo-Sky-Tower. Auf in das Gewühl von Menschen in der U-Bahn. Ein wirkliches Erlebnis, mit der U-Bahn zu fahren. Alle sind sehr diszipliniert und wir erhaschten so manches höfliche Lächeln. Zu erwähnen ist auch die Pünktlichkeit. Die Züge kommen fast auf die Sekunde genau an.

Am Tokyo-Tower angekommen, beeindruckte uns diese mächtige Stahlkonstruktion. Mit dem Aufzug gelangten wir auf 250 m Höhe, von wo wir einen herrlichen Ausblick über die Stadt genießen konnten. Schon sehr imposant, die Skyline mit den vielen Hochhäusern zu betrachten.

Tag 3

Gleich nach dem Frühstück ging es mit einer Stadtbesichtigung los. Erster Punkt war der Meiji-Schrein, erbaut für den verstorbenen Kaiser Meiji. Hier hatten wir das Glück, eine Hochzeit zu erleben. Das Paar in traditioneller japanischer Hochzeitstracht mit allen Hochzeitsgästen. Ein schöner Anblick und natürlich ein tolles Fotomotiv für uns.

Weiter ging es zum Roppongi-Hills-Complex mit dem 238 m hohen Mori-Tower, von wo wir wieder eine andere Perspektive von Tokio genießen konnten.

Anschließend fuhren wir mit einem Ausflugsboot auf dem Sumida-Fluss zum Stadtviertel Asakusa. Ein sehr belebtes Stadtviertel mit der Hauptattraktion, dem Kannon-Tempel mit seinen großen Papierlaternen am Eingangstor.

Nach der Besichtigung hatten wir Zeit, um das Viertel mit seinen Geschäften, einem Markt, Lokalen und Suppenküchen auf eigene Faust zu erkunden. Der Reiseleiter entführte uns in eine dieser traditionellen Suppenküchen. Es gab verschiedene Nudelarten, kombiniert mit Gemüse, Huhn oder Schweinefleisch. Sehr lecker und durchaus magenfüllend, wenn nicht der Kampf mit den Stäbchen wäre.

Tokio ist eine sehr moderne und interessante Stadt. Hier gibt es nichts, was es nicht gäbe, und vieles, was es sonst nirgends gibt. Man sah kaum alte Autos, alles war sehr sauber und ordentlich. Alle Japaner waren sehr freundlich und freuten sich, uns helfen zu können.

Tag 4

Mit dem Bus ging es nach Nikko. Ein Ausflugziel circa 150 km nördlich von Tokio. Schon auf der Fahrt waren wir beeindruckt von der landschaftlichen Schönheit dieser Region. Mit zahlreichen kulturellen Stätten, Seen, Wasserfällen und Bergen ist der Nikko-Nationalpark mit dem gleichnamigen Städtchen und seiner Umgebung ein Ziel mit hoher Attraktivität.

In Nikko angekommen, machten wir einen kurzen Spaziergang zu der rot lackierten, heiligen Brücke Shinkyo, die ein beliebtes Fotomotiv ist.

Weiter ging es zum Rinnoji-Tempel und zum Toshogu-Schrein. Einem der bedeutendsten Heiligtümer von Nikko. Die 22 Gebäude entstanden zu einer Zeit, als Architektur und Kunsthandwerk in höchster Blüte standen. Der Schrein besitzt durch sein Dekor und seine Verarbeitung eine besondere Ausstrahlung von erlesener Schönheit. Der Toshogu-Schrein hat uns sehr gut gefallen und ist für uns einer der schönsten Schreine Japans.

Am Chuzenji-See angekommen, nahmen wir in einem Lokal direkt am See unser Mittagessen ein. Danach machten wir einen Spaziergang am See entlang, der auf 1.269 m Höhe liegt und einen Umfang von 25 km hat. Der See entstand durch einen Ausbruch des Vulkans Nantai-san. Er ist umgeben von Bergen und einigen Wanderwegen. Der Wald mit seiner herbstlichen Verfärbung ergab mit dem See gemeinsam einen wunderschönen Anblick.

Bevor wir wieder zurück nach Tokio fuhren, besuchten wir noch den Kegon-Wasserfall. Das Farbenspiel der Landschaft war auch hier ein beliebtes und wunderschönes Fotomotiv. Ein Sprichwort der Japaner lautet: „Sage nie das Wort prächtig, ehe du Nikko gesehen hast.“ Dieses geflügelte Sprichwort können wir nur bestätigen!

Tag 5

Nach dem Frühstück machten wir einen gemütlichen Spaziergang zum Bahnhof, verließen Tokio und reisten mit dem Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszug nach Himeji und dann weiter nach Hiroshima. Der futuristische Zug mit seiner windschnittigen Nase kam auf die Sekunde genau an. Das muss auch so sein, erzählte uns Joschi-San, denn die Züge fahren zu Stoßzeiten im Abstand von wenigen Minuten. Außerdem gibt es Strafen für den Zugfahrer, sollte dieser nicht pünktlich sein.

Der Shinkansen ist im Inneren unglaublich leise. Man sitzt fast wie im Flugzeug in der Business-Class. Ein tolles Erlebnis zwischen 250–280 km pro Stunde dahinzugleiten. Auch lustig anzusehen, sind die Zugbegleiter, die unsere Sitzplatzreservierungen kontrollierten. Beim Kommen blieben sie beim Eingang stehen, verneigten sich und sagten: „Herzlich willkommen, es ist mir eine Ehre! Danke, dass Sie mit uns fahren.“ Und so einen ähnlichen Spruch auch wieder, als wir den Zug verließen.

In Himeji angekommen, ging es zur Burg „des weißen Reihers“, wie sie wegen ihrer weißen Farbe genannt wird. Die Samurai-Burg Himeji ist hier die größte Attraktion. Eine klassische japanische Festungsanlage auf einem Hügel mitten in der Stadt. Leider war ein Teil der Burg eingerüstet, da die Burg in den nächsten drei bis vier Jahren restauriert wird. Trotzdem war die Burg ein schöner Anblick. Eine ausgeklügelte Wehranlage mit schmalen Toren, steilen Treppen und schweren Türen. Diese und viele andere Einrichtungen sollten potenziellen Feinden den Zugang zur Burg erschweren. In einem der wunderschönen Gärten vor der Burg konnten wir auch eine typisch japanische Teezeremonie genießen. Der Spaziergang durch die Gärten zeigte uns ein Bild der Ruhe und Harmonie. Angelegt mit Wasserläufen, Steinen, Pflanzen und Bäumen.

Genauso hatten wir uns einen japanischen Garten vorgestellt. Am Nachmittag fuhren wir wieder weiter mit dem Shinkansen nach Hiroshima. Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, gingen wir alle gemeinsam mit Joschi-san Abendessen.

Unser Reiseleiter entführte uns in ein Lokal, wo eine typische Spezialität aus Hiroshima zubereitet wurde. Eine Art Flade mit verschiedenen Auflagen, wie zum Beispiel

  • Kraut
  • Fleisch
  • Käse
  • Spiegelei etc. – je nach Wunsch.

Das Gericht wurde vor unseren Augen auf einer Kochplatte zubereitet. Es schmeckte fantastisch.

Tag 6

Am Morgen fuhren wir mit der Straßenbahn zum Peace Memorial. Eine Ruine, die nach dem Atombombenabwurf vom 06. August 1945 als Mahnmal so belassen wurde. Weiter spazierten wir durch den Peace-Memorial-Park zum Atommuseum. Hier wurde das düstere Schlusskapitel des Zweiten Weltkriegs aufgezeigt.

Die Atombombenexplosion tötete insgesamt etwa 92.000 Menschen sofort, weitere 130.000 Menschen starben bis Jahresende an den Folgen des Angriffs, zahlreiche weitere an den Folgeschäden in den Jahren danach. Schreckliche Bilder und Relikte, die im Museum dargestellt werden und jeden berührten.

Zurück am Bahnhof ging es mit der japanischen Schnellbahn nach Miyajima und weiter mit der Fähre auf Miyajima Island. Bei Ankunft begrüßten uns einige zahme Rehe. Rund 1.200 Hirsche und Rehe laufen auf der Insel frei zwischen den Häusern und dem Park herum. Ein seltsames Bild, das wir bisher nirgendwo so gesehen hatten.

Teilweise werden sie von den Touristen gefüttert, dadurch waren sie auch sehr aufdringlich. Von der Insel hat man einen herrlichen Ausblick auf das Festland. Die Attraktion und wahrscheinlich das meistfotografierte Motiv von Miyajima ist das große Tor des Itsukushima Shrines, der im Wasser auf Pfählen gebaut wurde und als Heiligtum gilt.

Mit der Fähre wieder zurück ging es mit der Schnellbahn wieder nach Hiroshima und weiter mit dem Shinkansen nach Kyoto.

Tag 7

Kyoto, die alte Kaiserstadt umgeben von bewaldeten Bergen, ist eines der bedeutendsten Reiseziele Japans. Kyoto ist im Zweiten Weltkrieg unversehrt geblieben, dadurch konnten die kulturellen Schätze erhalten bleiben. Erster Besichtigungspunkt war der Kinkakuji-Tempel. Der Goldene Pavillon ist die meistfotografierte Sehenswürdigkeit Kyotos, wenn nicht ganz Japans. Ein dreistöckiger Tempel, der vollständig mit Blattgold verkleidet ist. Die Schönheit und Eleganz, die er ausstrahlt, ist auch durch die geschickte Einbettung in die Landschaft gegeben, er wurde vom ersten Shogun Japans erbaut.

Weiterer Besichtigungspunkt war der Zen Garden und die Nijo-Burg, die dem ersten Shogun als Residenz diente und auch als Symbol der Macht erbaut wurde. Wir sahen die Räume, die mit Malereien dekoriert waren und unterschiedlich genutzt wurden, wie etwa für Empfänge oder auch als Waffenkammer. Die dazugehörige riesige Gartenanlage zeigte uns wieder die ganze Pracht der japanischen Gartenbaukunst.

Am Nachmittag besuchten wir noch den Markt von Kyoto und hatten anschließend noch genügend Zeit, im angrenzenden Einkaufsviertel zu shoppen. Die Preise sind natürlich dem Durchschnittsverdienst angepasst und somit höher als bei uns. Ein Hemd circa 60–100 Euro, Schuhe circa 70–100 Euro. Wer wirklich günstiger Essen gehen will, sollte die Schnell- oder Suppenküchen besuchen. Die sind wirklich von guter Qualität und eine Mahlzeit mit Getränk kostet zwischen 8–15 Euro.

Tag 8

Am Morgen besichtigten wir den Silbernen Pavillon mit dem dazugehörigen Garten. Der Silberanstrich, welchem der Tempel seinen Beinamen verdankt, wurde allerdings nie ausgeführt.

Anschließend spazierten wir den Philosophenweg entlang und erreichten den Heian-Schrein. Dieser wurde 1895 zum Gedenken an den elfhundertsten Jahrestag der Stadtgründung erbaut. Nachdem wir ein Gruppenfoto gemacht hatten, führte uns unser Reiseleiter durch die Anlage. Der nächste Punkt war ein Bummel durch das Altstadtviertel Gion. Hier stehen die typisch japanischen Holzhäuser, so wie sie früher aussahen.

Nach der Mittagspause ging es weiter zum Kiyomizu-Tempel. Die Straße zum Tempel führte uns vorbei an vielen Verkaufsläden und Geschäften. Der Tempel, 798 gegründet, erinnert an die Vereinigung des Buddhismus mit dem Shinto und liegt erhöht auf einem Hügel. Eine imposante Anlage mit Wächterfiguren, einer dreistöckigen Pagode und verschiedenen Hallen aus Holz. Von der Holzveranda der Haupthalle hatten wir einen herrlichen Ausblick auf Kyoto.

Am Rückweg war noch Zeit zum Shoppen, bevor es zurück zu unserem Hotel ging.

Tag 9

Nur mit leichtem Handgepäck ging es mit dem Zug nach Nara. Weiter ging es mit dem öffentlichen Bus zum Todaiji-Tempel. Die Stadt strahlte für mich eine beschauliche Atmosphäre aus. Im Nara-Park angekommen, gingen wir vorbei an alten Bäumen zwischen zahmen freilaufenden Rehen und Hirschen. Angekommen bei der Halle des großen Buddhas standen wir vor einem mächtigen Bauwerk.

Mit 57 m Länge, 50 m Breite und 48 m Höhe ist diese Halle noch immer eines der größten Holzbauwerke der Erde. Im Inneren der Halle steht der große Buddha aus Bronze. Die Sitzstatue ist mit 16,20 m Höhe die größte antike Buddha-Statue Japans. Im hinteren Teil der Halle sahen wir noch zwei riesige Himmelswächter-Statuen aus Holz. Ein beeindruckendes Erlebnis!

Danach spazierten wir durch den Wald vorbei an Reihen von insgesamt 3.000 Steinlaternen, die zweimal jährlich zu Festen entzündet werden, zum Kasuga-Schrein. Im Wald gab es noch einige kleinere Schreine, an denen wir vorbeikamen. Mit dem Bus ging es dann wieder zurück zum Bahnhof und von dort nach Kyoto.

Weiterfahrt mit dem Schnellzug nach Hakone. Im Hotel in Hakone angekommen, erfrischten wir uns und zogen uns einen traditionellen japanischen Kimono an, den wir vorher an der Rezeption bekommen hatten. Denn in diesem Hotel, das auf Tradition Wert legt, ist es üblich, beim Abendessen so zu erscheinen. Ein lustiges und ungewohntes Bild, als wir alle so zum Essen kamen! Es erwartete uns eine typische Spezialität aus dieser Region. Shabu-Shabu ist ein Gericht, das aus dünn geschnittenem Rindfleisch besteht und mit Gemüse, kleineren Beilagen, Soßen und Brot serviert wird. In der Mitte des Tisches war eine Schüssel mit kochendem Wasser, in dem das Fleisch geschwenkt und anschließend gleich gegessen wurde. Ein besonderes kulinarisches Erlebnis!

Zum Relaxen nutzten wir noch die heißen Quellen, die das Hotel im eigenen Badebereich hatte. Da die Gegend vulkanisch ist, nutzen die Hotels diesen Vorteil und haben eigene Bereiche mit kleineren Naturpools.

Tag 10

Nach dem Frühstück fuhren wir zum Lake Ashi. Leider war das Wetter schlecht, es regnete und die Wolken hingen tief. Vom Lake Ashi wäre bei schönem Wetter der Fuji-san sichtbar gewesen. Die Chance, den Fuji-san frei von Wolken zu sehen, beträgt 30 % im ganzen Jahr, erzählte uns unser Reiseleiter. Mit einem nachgebauten Piratenschiff überquerten wir den See.

Anschließend fuhren wir nach Kamakura. Die Stadt liegt am Meer mit einigen Stränden in der Umgebung, die viele Japaner auch von Tokio aus besuchen, um zu surfen. Wir hatten ein wenig Zeit, durch die Straßen zu spazieren und noch unsere letzten Einkäufe zu erledigen.

Danach kamen wir zu der bekanntesten Sehenswürdigkeit von Kamakura, dem „Großen Buddha“. Die aus Bronze gefertigte Sitzfigur ist die zweitgrößte Statue Japans. Sie hat eine Masse von 93 Tonnen und ist 11.40 m hoch. Auch sehr imposant anzusehen! Mit dem Bus ging es dann zum Bahnhof und weiter mit dem Schnellzug zum Narita Airport. Ein Transferbus brachte uns zum Hotel Hilton-Narita, nahe dem Flughafen gelegen.

Tag 11

Knapp Mitternacht wurden wir von Joschi-san abgeholt und mit dem Bus zum Flughafen gebracht, wo wir pünktlich um 01.55 Uhr mit Austrian Airlines abhoben und am Morgen in der Früh desselben Tages in Wien landeten.

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