Die kleine Republik Kirgistan zählt noch zu den unbekannten Regionen Zentralasiens und lässt sich kaum mit einem anderen Land vergleichen. Sie wird auch gerne als „zentralasiatische Schweiz“ bezeichnet, was auf die unberührte und grandiose Hochgebirgswelt zurückzuführen ist. Mehr als das halbe Land liegt auf über 3000 Meter; die Gipfel des Tian Shan ragen sogar 7000 Meter hoch! Im Tian Shan-Gebirge, das die alte Karawanenstraße umgibt, leben Schneeleoparden, Luchse und Marco-Polo-Schafe.

Am Fuß der schneebedeckten Gipfel liegt der zweithöchstgelegene See der Welt, der spektakuläre Issyk Kul-See. Er lockt im Sommer mit schönen Sandstränden und malerischen Sonnenuntergängen! Es lohnt sich eine Bootsfahrt auf dem See zu machen um die herrliche Landschaft vor dem Hintergrund des Bergpanoramas in allen Facetten zu genießen.

Lediglich 40 km von der Hauptstadt Bischkek entfernt, findet man den über 200 Quadratkilometer großen Ala Archa-Nationalpark. Ein Besuch – auch als Tagesausflug – ist ein absolutes „muss“, denn hier, im Großteils alpinen Gelände, findet man gepflegte Skipisten ebenso wie Wanderwege oder Mountainbike-Trails. Murmeltiere, blühende Almwiesen, schroffe Gipfel und Gletscher – hier gibt es alles was das Herz eines Naturfreundes höherschlagen lässt!

Zum über 3000 m hohen Teskey Torpok-Pass führt eine der spektakulärsten Straßen von Kirgistan. Wegen der 33 Serpentinen auf einer Strecke von etwa 10 Kilometern, ist der Pass auch unter dem Namen „33 Parrots-Pass“ bekannt, obwohl er rein gar nichts mit Papageien zu tun hat. Nur wer wirklich fit ist, kann die Strecke auch per Mountainbike oder auf dem Rücken eines Pferdes bewältigen. Man kommt immerhin auf eine Höhe von 3.000 Metern! Die umliegende Landschaft dafür ist wirklich spektakulär!

Die Sommermonate Juni bis September eignen sich perfekt für einen Besuch beim Son Kul-See, dem größten Süßwasser-See Kirgistans. Hier, auf 3.013 m Höhe, leben auch Kirgisen mit ihren riesigen Pferde- und Schafherden. Je nach Tageszeit und Wetter verändert sich die Farbe des Sees von violett über dunkelblau bis hin rosa. Der See ist eiskalt und hat auch im Juli nur 11 Grad C. Er ist aber ein wahres Paradies für unzählige Wasservögel und Heimat von Falken, Steinadlern, Störchen, Kranichen, Luchsen, Murmeltieren, Hirschen und Füchsen. Im Frühling sind neben Ginseng, Kamille und Salbei auch viele Blumen zu finden, allen voran das Edelweiß! Kurz entschlossen einen Ausritt zu machen, ist kein Problem und um einen authentischeren Einblick in das Leben hier zu erhalten, sollte man unbedingt in einem Jurtencamp übernachten. Mit den Einheimischen essen und das typische „Kymis“ aus vergorener Stutenmilch verkosten um wenigstens einen kleinen Einblick in das Leben hier zu erhaschen. In der Nacht leuchten die Sterne unvergleichlich schön und auch wenn man es besser weiß, erwecken Sie den Eindruck, dass sie so nah sind, dass man sie einfach vom Himmel pflücken kann.

Die Chon-Kemin Schlucht und das Chon-Kemin Tal, ist einer der malerischsten Orte in Kirgistan. Das ganze Tal ist mit grünen Wiesen bedeckt, die steilen Hänge der Schlucht sind bewachsen mit Tannenwäldern. In Kombination mit den Gletschern auf den Bergkämmen bilden sie ein unvergessliches und eindrucksvolles Panorama von unbeschreiblicher Schönheit! Es offenbart sich hier eine wahre Wunderwelt und man kann seinen Augen kaum trauen.

Sehenswertes & Außergewöhnliches

  • Der Burana-Turm ist eines der ältesten Bauwerke dieser Art in Zentralasien und ein Wahrzeichen des Landes. Er befindet sich am linken Ufer des Flusses Tschüi wurde vermutlich von den Karachaniden im 11. Jahrhundert als Minarett errichtet. Der einstmals 45 m hohe Turm misst heute nur mehr 22 Meter. Über eine Wendeltreppe kommt man auf eine Plattform, die einen unvergesslichen Ausblick auf das Tschüi-Tal und die kirgisische Gebirgskette offeriert.
  • Die Reiterwettkämpfe Ulak Tartisch sind ein unglaubliches Spektakel. Ähnlich dem Polospiel, müssen die Reiter hier statt einem Ball den Kopf einer toten Ziege in einen auf dem Boden markierten Kreis tragen, sozusagen das Tor. Das ist ziemlich schwierig, wenn man bedenkt, dass sich der Reiter auch die anderen Gegenspieler vom Leib halten muss und auch sein eigenes Pferde unter Kontrolle halten soll.
  • Das Dscheti-Ögüs-Tal ist berühmt für seine markanten roten Felsformationen. Hier steht das „gebrochene Herz“, ein in der Mitte gespaltener roter Felsen. Viele Legenden und Lieder gibt es zum Sandsteinfelsen „7 Bullen“, ein weiteres Wahrzeichen Kirgistans.
  • In der Stadt Cholpon-Ata, am Nordufer des Issyk Kul-Sees, befindet sich eine Freilichtgalerie mit Petroglyphen, Gemälden auf den Steinen der Antike. Auf dem 42 Hektar großen Gelände des Museums befinden sich Tausende von Steinen mit Gemälden, die Jagdszenen, Alltag und Kriege darstellen. Diese Artefakte sind mindestens 4000 Jahre alt und gut erhalten.
  • Karakol ist mit etwa 70.000 Einwohnern die größte Stadt am Issyk Kul-See. Sie wurde 1869 gegründet und etablierte sich schnell zu einer der schönsten Städte. Prächtigen Holzhäuser mit russischen Schnitzereien sind überall zu finden. Sehenswert ist die dunganische Moschee, die vollständig aus Fichtenholz erbaut und an eine buddhistische Pagode erinnert. Einmalig auch die ebenfalls ausschließlich aus Holz erbaute russisch-orthodoxe Kirche.
  • Der Viehmarkt in Karakol zählt zu den größten in Zentralasien. Hier werden jeden Sonntag Schafe, Pferde und Kühe angeboten und verkauft. Die Atmosphäre ist wie auf einem Jahrmarkt – sehen und gesehen werden, tratschen und Neuigkeiten austauschen lautet die Devise.

Bischkek – die Hauptstadt

Die kirgisische Hauptstadt Bischkek, eine der jüngsten und modernsten Metropolen des Landes, liegt im Norden direkt am Rande des zentralen Tian Shan-Gebirges. Sie wurde erst im 19. Jahrhundert gegründet und erinnert bis heute an die Sowjet-Zeit.

Jedoch bietet die moderne und grüne Metropole mit ca. 900.000 Einwohnern nicht nur eine einmalige Lage, sondern vermittelt vielmehr ein gemütliches Flair mit vielen Cafés und Restaurants, Hochschulen und Einkaufsmöglichkeiten. In der kirgisischen Hauptstadt kann man zu jeder Tages- und Nachtzeit praktisch alles kaufen, was das Herz begehrt. Das Nationalgetränk „Maksym“ wird an jeder Ecke verkauft und ein Taxi ist ganz einfach telefonisch zu bestellen.

Essen & Trinken in Kirgistan

Die kirgisische Küche ist für uns Europäer auf den ersten Blick doch etwas gewöhnungsbedürftig. Alles ist fett, mit viel Knoblauch und Zwiebeln wird hier gekocht. Fleisch ist besonders wichtig. Zu jeder Feierlichkeit schlachtet man ein Tier. Zumeist werden Hammel gegessen; Pferdefleisch gilt als Delikatesse. Auch Milch hat einen hohen Stellenwert. Aber nicht nur Kuhmilch, sondern auch Stutenmilch wird hier verarbeitet.

Typische Gerichte sind Schaf- oder Hammelfleisch mit Reis, Schaschlik, gekochtes Fleisch mit dünnen Teigfladen und gedämpfte Teigtaschen mit Fleisch und Gemüse. Dazu wird immer frisch gebackenes, lauwarmes und sehr gutes Fladenbrot gereicht, das traditionell im Lehmofen gebacken wird. Auch Suppen werden gerne gereicht, zum Beispiel „Schorpo“, eine Fleischsuppe mit Gemüse und Kartoffeln oder „Beschmbarmak“, eine klare Suppe mit Nudeln und Fleischstückchen, fast schon ein Eintopf. Traditionell ist auch ein „Plov“, der aus gebratenem Reis mit Fleisch und Steckrüben besteht. Und die Kirgisen lieben Nachtisch. „Boorsok“ sind schmackhafte kleine Teigbällchen, die in Öl frittiert werden. Nichts für die schlanke Linie, aber einfach köstlich!

Im ganzen Land werden Getränke aus Fässern auf den Straßen verkauft. Ausgeschenkt werden Maksym, ein nationales Hefegtränk aus Gerste, Mais und Weizen oder „Schoro“, das Hunger und Durst gleichzeitig stillt. Die Zutaten sind Weizen, Mais, Gerste, Wasser, Weizenmehl, Salz und etwas geschmolzene Butter. Getrunken wird hier grüner und schwarzer Tee, gegorene Stutenmilch und Dsharma, das nationale Bier und Wodka. Einen guten Kaffee erhält man kaum.

Kirgisische Gastfreundschaft

Die Kirgisen sind sehr gastfreundlich. Wird man zum Essen eingeladen, so ist es Brauch, ein kleines Geschenk mitzubringen, zum Beispiel Blumen oder Obst. Wenn man das Haus betritt, so zieht man seine Schuhe aus. Alkohol kann man durchaus genießen, aber bitte nicht zu viel! Nach dem Essen führt man zum Danke die Hände vors Gesicht.

Wissenswertes über Kirgistan

  • Kirgistan, Kirgisistan oder Kirgisien – ist eine zentralasiatische Republik, die an Kasachstan, China, Tadschikistan und Usbekistan grenzt. Es hat keinen Zugang zum Meer und ist somit ein Binnenstaat.
  • Die Hauptstadt Bischkek ist die größte Stadt von Kirgistan. Sie liegt im Norden nahe der Grenze zu Kasachstan.
  • Landschaftlich wird Kirgistan vom mächtigen Gebirgszug des Tian Shan dominiert, über 90 % der Landesfläche Kirgistans sind gebirgig. Im Tian Shan zählt man mehr als 2.200 Gletscher. Der größte See Kirgistans ist der über 180km lange und bis zu 60 Km breite Issyk Kul-See, der auch im Winter bei eisigen Temperaturen nicht zufriert.
  • Die kontinentale Lage und die großen Höhen sorgen für ein strenges, trockenes Kontinentalklima mit erheblichen Temperaturschwankungen – sowohl zwischen Tag und Nacht als auch zwischen Sommer und Winter.
  • Die Staatssprache Kirgisisch gehört zu den Turksprachen. Rund 65 % der Bevölkerung sind Kirgisen, die sich überwiegend zum sunnitischen Islam bekennen. Usbeken und Russen bilden mit je ca. 15 % Bevölkerungsanteil die größten Minderheiten in der ehemaligen Sowjet-Republik.
  • Österreichische Staatsbürger benötigen bei einem Aufenthalt bis zu 60 Tagen kein Visum. Der Reisepass muss bei Ausreise noch mindestens 6 Monate gültig sein.
  • Währung: Som. In Kirgisistan ist die bargeldlose Bezahlung per Kreditkarte in größeren Hotels, Geschäften sowie Restaurants möglich. VISA und Mastercard werden meist akzeptiert. Die Mitnahme von zusätzlich Bargeld ist empfehlenswert.
  • Flughäfen: Bischkek, Osch, Issyk-Kul

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