Mediterranes Flair. Morbider Charme. Zockerparadies. Ein Reisebericht von vor zehn Jahren zeichnet das Bild eines verschlafenen Nests. Die kleine Schwester Hongkongs wird Macau genannt. Doch es kommt ganz anders:

Meeresbrandung, Lotusblüte und Rialto-Brücke

So gar nicht verschlafen erwartet uns die Stadt. Es liegt in der Luft: Macau ist hellwach und boomt. Neue architektonische Wahrzeichen schießen wie Pilze aus dem Boden und prägen das moderne Bild der Stadt. Die Fassade des Wynn Resorts spiegelt das Meer. Die des MGM Grand erinnert an Meeresbrandung. Das Grand Lisboa Hotel reckt sich in Form einer Lotusblüte gen Himmel und an den Wänden flimmert Leuchtreklame. Drei Brücken spannen sich über den Perlfluss und verbindet die Stadt mit ihren vorgelagerten Inseln Taipa und Coloane.

Dort auf dem sogenannten Cotai-Strip tut sich Gewaltiges. Verband früher ein schmaler Damm die Inseln Coloane und Taipa (daher der Name) erstreckt sich dort auf dem Meer abgerungenem Land ein neues Zentrum. Im Mittelpunkt thront das Venetian Macao mit 3.000 Suiten – noch größer als sein Vorbild in Las Vegas: Rialtobrücke, Gondeln und Markusplatz mitten in Asien. Nebenan recken sich andere Resorts gen Himmel – die City of Dreams und das Galaxy Cotai. Ihre Türme beherbergen viele Größen der internationalen Hotellerie: Four Seasons, Hyatt, Hardrock, Holiday Inn und auch das größte Sheraton der Welt. Den Startschuss für diesen Boom gab die Liberalisierung des Glücksspiels im Jahr 2001. Neue Lizenzen an internationale Konsortien brachten Kapital und amerikanisches Know-how. Die neuen Investoren bauten um die Wette und prägen das moderne Gesicht Macaus.

Wir fahren mit dem Taxi in die Innenstadt. Hier in der Altstadt – seit 2005 UNESCO-Weltkulturerbe – begegnen wir den portugiesischen Wurzeln. Den Boden des zentralen Largo do Senado zieren Kacheln im Wellenmuster. Den Platz umgeben schmucke Kolonialhäuser, darunter das neoklassizistische Heilige Haus der Gnade, die älteste Wohltätigkeits-Einrichtung Asiens. Ein Paar Schritte weiter steht eine Barockkirche, die dem Heiligen St. Dominik geweiht ist. Am Ende der Fußgängerzone führen Stufen hinauf zur Ruine von Sao Paulo. Die Fassade einer ehemaligen Kathedrale zählt zu den beliebtesten Fotomotiven. Ein näherer Blick lohnt sich: Die Ornamente verbinden Westliches und Orientalisches.

Barockkirchen, taoistische Tempel und erste Fusion-Küche der Welt

Diese Verbindung von Ost und West findet sich in vielen Bereichen. So weisen die Straßenschilder sowohl auf portugiesisch als auch chinesisch den Weg. Unweit der Barockkirche versüßen die Räucherstäbe des taoistischen Tempels die Luft. Neben der chinesischen Apotheke lädt ein gemütliches Café zu Espresso und Gebäck ein. Im kantonesischen Restaurant begleiten portugiesische Weine die frischen Meeresfrüchte und Nudelgerichte.

Sogar eine eigenständige Küche hat Macau zu bieten. Die Macanese Cuisine repräsentiert die erste Fusion-Küche der Welt. Denn sie umfasst Zutaten und Einflüsse aus allen Ländern, in denen die Portugiesen auf ihrem Weg in den Fernen Osten an Land gingen: Afrika, Indien, Malaysia. Köstlich schmeckt in den zahlreichen Spezialitäten-Restaurants das „African Chicken“ – auf dem Teller badet das Hähnchen in einer würzigen Piri-Piri-Soße.

Jetzt tauchen wir ein in die kleinen Gässchen um den Senatsplatz. Ein Nudelmacher schwenkt kunstvoll chinesische Spaghetti durch die Luft. Ein Räucherkerzen-Hersteller sortiert die senfgelben Stäbchen in quietsch-bunte Papiertütchen. In den Antiquitätenlä-den warten Duftflakons und chinesische Hochzeitskörbe, aber auch Mao-Büsten auf Käufer. Die rot beschrifteten Kokosnüsse sind als Glücksbringer den Brautpaaren vorbehalten.

Hier blättert die Farbe von den Fassaden der Häuser und Pflanzen wachsen aus dem Dach. Die Menschen sitzen im Freien zusammen und halten ein Schwätzchen. Durch die Gassen weht der Duft der Geschichte und morbider Scharm liegt in der Luft. So wie der Reisebericht es beschrieben hat. Das ist Macau. Auf dem Weg zurück zum Fährterminal passieren wir moderne Boutiquen und Luxushotels. Auch das ist Macau.

Das ehemals portugiesische und heute chinesische Macau hat sich zu einer der boomtowns Asiens entwickelt. Neue Mega-Casinos und -Hotels mit facettenreicher Architektur, Showprogrammen und Shopping-Arkaden prägen die moderne Seite der Stadt. Gleichzeitig bewahrt sie ihr reiches historisches Erbe, das fernöstliche und europäische Kultur vereint, und in den Gebäuden, der Küche und dem Lebensstil der Menschen lebendig ist. Die Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe. Nach rund 450 Jahren portugiesischer Anwesenheit hat Macau seit Dezember 1999 den Status eines mit weitgehender Autonomie ausgestatteten Sonderverwaltungsgebietes der VR China. Macau liegt an der Südostküste der Volksrepublik China, am Ufer des Perlflusses. Es grenzt an die chinesische Provinz Guangdong und ist 145 Kilometer von dessen Hauptstadt Guangzhou (Kanton) und 70 Kilometer von Hongkong entfernt. Macau besteht aus einer Halbinsel gleichen Namens sowie den Inseln Taipa und Coloane.

 

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