Gabi und Christian D. aus Wien unternahmen eine Armenien-, Georgien– und Aserbaidschan-Rundreise.  Folgenden Reisebericht erstellte die gesamte Reisegruppe.

Eine sommerliche Reise zu den Flüssen
Arax, Kura und zum Kaspischen Meer – also durch den Transkaukasus

  • Südlich des Großen Kaukasus sind drei Länder zu finden, die geografisch ihre gemeinsame Lage, das milde Klima, das im Juli und August zu Hitzeperioden neigt, und ein jahrhundertealtes Ringen um Eigenständigkeit und Anerkennung verbindet – aus unserem österreichischen Blickwinkel eher unbeachtet südlich des neuen mächtigen Russlands versteckt.
  • Sonst haben die drei Länder Armenien, Georgien und Aserbaidschan wenig gemeinsam: Armenien, eines der ältesten christlichen Länder der Welt, Georgien als multiethnisches Land, wo man die vielen geschichtlichen Wechselfälle förmlich spürt, und Aserbaidschan, ein säkularer moslemischer Staat direkt am Kaspischen Meer und bekannt als großer Öl- und Gasproduzent.
  • Im Transkaukasus vollzieht sich nicht nur der Übergang von Europa nach Asien, sondern auch eine sehr wechselvolle Nachbarsgeschichte, die – man spürt es erst, wenn man dorthin reist – zu einem verschleppten Kriegszustand zwischen Armenien und Aserbaidschan führte, der auch den Touristen an der „indirekten“ Grenze Georgien- Aserbaidschan erfahrbar wird.
  • Daher geht es bei der Reise um kunsthistorische Schätze, die von den jeweiligen Reiseleitungen liebevoll erklärt werden, um einen Zugang zu einer vielgestaltigen Lebensart und lustvollen Städtekul­tur, die vor allem in der Altstadt von Tiflis (Tbilissi) auffällt, und um eine gewisse Verstörung über diese äußerst komplizierten Nachbarschaftsbeziehungen. Armenien ist arm und stolz, das kann man wohl so sagen; Georgien versucht eher verbindlich, mit viel Geschick eine Lebensgrundlage im Schatten Russlands aufzubauen – immerhin sind zwei Landesteile, Abchasien und Südossetien, unter de facto russischem Protektorat – und Aserbaidschan beginnt, sich im Reichtum als Gas- und Ölproduzent langsam wohlzufühlen; als skeptischer Tourist weiß man allerdings, dass dieser Reichtum nur einer kleinen Bevölkerungsgruppe zugutekommt, die ihn umso mehr stolz herzeigt.
  • Alle drei Länder haben drei übermächtige Nachbarn, denen sie mit einem gewissen Eigensinn und Widerstand begegnen; dies zeigt sich nicht zuletzt in eigenen, nicht unkomplizierten Sprachen, die als Kulturgut intensiv gepflegt werden: Von Russland war hier schon die Rede, aber natürlich auch von der Türkei, die im Osten ihres großen „Brückenlandes“ drei kleine Nachbarn im Rücken hat, denen sie sehr unterschiedlich begegnet:
  • Armenien mit geschlossenen Grenzen, immer mit dem schlechten „staatlichen Gewissen“ wegen des Genozids 1915 konfrontiert, einer eher freundlichen Nachbarschaftspolitik zum „Durchreiseland“ Georgien und einer sehr freundlichen Politik dem moslemischen Land Aserbaidschan mit vielen türkischen Wurzeln und der Pflege der türkischen Sprache gegenüber. Die Perser im Süden schließlich sind als islamischer Gottesstaat vor allem sinnstiftend für Aserbaidschan (man sieht viele verschleierte Frauen), dürften aber ein durchaus ausgewogenes Verhältnis zu Armenien aufgebaut haben.
  • Alle drei Länder haben ihre Sehnsuchtsorte: Aserbaidschan die Verbindung zur Enklave Naxçivan, aus der auch „Staatsgründer“ Heydar Aliyev stammt, Georgien den wirtschaftlichen Aufschwung und Eintritt in die europäische Union und Armenien den 5.400 Meter hohen Berg Ararat, weithin mit Schneekappe leuchtend und immer die Hauptstadt Erewan begleitend, allerdings geografisch unerreichbar in der Türkei positioniert. Nicht allein der Anlandeort der Arche Noah, auch die ehemalige zerstörte Hauptstadt Ani – jetzt auf türkischem Gebiet – sind große Wunden im armenischen Empfinden.
  • Die wechselvolle Geschichte der Region beginnt vor mehr als 4.000 Jahren. Armenien und Georgien wurden 300 bis 400 nach Christi Geburt rasch zum ersten Mal christianisiert (einige der ältesten Klöster und Kirchen stammen aus dieser Zeit). Die transkaukasischen Völker waren Verbündete, Eroberte, Unterjochte und Assimilierte bei den Stürmen der Mongolen, dem Aufbau des Osmanischen Reiches, im Zusammenhang mit den Dynastien der Perser und mussten im ersten Weltkrieg ebenso schwer büßen wie die europäischen Mächte. Nach den ruinösen Folgen des Ersten Weltkrieges und den unverzeihbaren Taten des Nachbarn Türkei drängte Armenien 1918 in die Obhut der Sowjetunion, Georgien und Ascherbaidschan mussten folgen und 1922 waren alle drei Länder sowjetische Teilrepubliken, befriedet in der Großbürokratie der Sowjetunion.
  • Nach dem Zerfall des großen Reiches erinnerte man sich an die alten Traditionen und Religionen, die auch die alten Konflikte wieder hochgehen ließen.  Die Region Bergkarabach in Aserbaidschan, mehrheitlich christlich-orthodox, wollte „zurück“ zu Armenien und ein erbitterter Krieg begann, der bis heute nicht befriedet ist. Wie es Reiseleiter Tural in Baku ausdrückte: „Friedens­bemühungen, auch mit UN-Hilfe, gibt es seit geraumer Zeit – aber beide Seiten, Armenien und Aserbaidschan, haben Interesse daran, den Konflikt (noch) nicht zu beenden.“
  • Alle drei Länder haben durch ihre wechselvolle Geschichte viel zu bieten: eine umfangreiche und reichhaltige Küche, die sofort die Touristen erfreut, eine spezielle kaukasische Gastfreundschaft, die sich durch die drei Reiseleiter/innen und viele Details ausdrückte, spezielle Wein- (Georgien) und Weinbrandkulturen (Armenien), viel Optimismus beim Aufbau des Landes und  das Spiel mit den Kontrasten zwischen ihnen, deren Tiefe man erst erkennt, wenn man diese Länder bereist.

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Zum Reiseverlauf

Wir fragten uns während der Reise manchmal, welcher Masterplan wohl dahinter steckt, eine Gruppe von Österreicher/innen in Länder zu senden, die eigentlich nichts voneinander wollen. Ganz klar wurde das Konzept nicht; aber es brachte „Erlebnisse“ mit sich, vor allem an der Grenze zu Aserbaidschan.

1. Tag: Wien – Moskau – Jerewan

Flug am Nachmittag mit Boeing/Airbus-Maschinen der Aeroflot von Wien über Moskau nach Armenien.

 Bei manchen Reiseteilnehmer/innen war ein Einchecken in Schwechat nur bis Moskau (Sperr­sitze wurden in Wien nicht freigegeben) möglich, was in Moskau zumindest Unannehm­lichkeiten machte. Ist aber lösbar gewesen.

2. Tag: Jerewan –Etschmiadsin – Jerewan

Um Mitternacht erfolgte die Landung in Jerewan.  Nach einem späten Frühstück begann die Stadt­rundfahrt durch Armeniens Hauptstadt, u. a. mit Republikplatz, Altstadt und Schriftensammlung Matenadaran, Kaskade mit Panoramablick und Genozid-Mahnmal. Dazwischen wurde der berühmte armenische Weinbrand „Ararat“ verkostet. Danach Busfahrt über die Rui­nenstätte Swartnots nach Etschmiadsin (UNESCO-Weltkulturerbe), Sitz des Katholikos und Zentrum der armenischen Kirche. Nach der Rückkehr war noch Zeit.

Die Reiseleiterin Yasmin war sehr belesen und kompetent und kommunizierte in bestem Deutsch. Beim Besuch der Schriftensammlung Matenadaran führte uns eine Wissen­schaftlerin mit viel Belesenheit und Engagement in die Geheimnisse der armenischen Kalligrafie und Buchmalerei ein. Ein heißer, aber sehr spannender Tag, der am Sitz des Katholikos (Erzbischofs) in Etschmaidsin endete.

3. Tag: Jerewan – Garni – Geghard – Sewansee – Dilijan

Besuch des Höhlenkosters Geghard und des hellenistischen Tempels von Garni in der Asatschlucht. Weiter nördlich liegt der Sewansee, das auf fast 2.000 Meter gelegene „Meer der Armenier“. Be­sichtigung der Kirchen, danach Weiterfahrt nach Dilijan, dem heutigen Etappenziel.

Geghard ist eindrucksvoll, am Rande sorgte Yasmin für eine Kostprobe mit ihrem Gesang im Kloster und von armenischen Süßigkeiten. Garni ist überraschend und der einzige hellenistische Befund in Armenien. Der Sewansee ist eine Art Freizeitparadies der Armenier zu Hochsaisonzeiten; man sieht wenige, nicht einheimische Touristen [5]. Im Hochland nach dem Sewansee auf fast 2.000 Meter Höhe ein Tunnel und eine Klimascheide bei der Fahrt in die armenische Schweiz – wir haben sie in „armenische Alpen“ umgenannt. Dort doch deutlich kühler.

Um die späte Mittagszeit Brotbacken (Lavasch) im Tonofen, bevor das üppige Mittagsmahl begann.

4. Tag: Dilijan – Haghpat – Tbilisi

Am Vormittag stand ein weiteres Weltkulturerbe – das auf einem Hochplateau liegende Kloster Haghpat – am Programm. In Sadachlo erfolgte dann der Grenzübertritt nach Georgien, wo Bus und Frem­denführer gewechselt wurden. Fahrt nach Tbilisi (Tiflis), der am Kura-Fluss gelegenen Hauptstadt Georgiens.

Armut und Industrieruinen nördlich des armenischen Zentralraums Richtung georgischer Grenze, Haghpat beeindruckend mit Reiseleiterin Yasmin in Hochform, Mittagessen als Großaus­speisung mitten in einem Dorf am Land. Grenzübergang zu Fuß (ca. 700 Meter) mit Gepäck in der Hitze des Nachmittags. Übrigens: Es gibt auch Angebote zum Wanderurlaub in Armenien.

5. Tag: Tbilisi

Vormittags Stadtrundfahrt mit Besichtigung der Metechi-Kirche und des Nationalmuseums. Auffahrt mit der Seilbahn zur Narikala-Festung, von der sich ein beeindruckendes Stadtpanorama bietet. Spaziergang in die Altstadt mit den alten Badehäusern, historischen Bauten und vielen Lokalen. Abendessen in einem Restau­rant mit typisch georgischer Folklore.

Tbilisi ist eine lebendige florierende Staat mit einer eindrucksvollen „Altstadt-Szene“. Seilbahnen werden in Österreich (Doppelmayer) und Südtirol (Leitner) für die ganze Welt herge­stellt. Große Statuen als „Mütter von XX“ zieren sowohl Anhöhen von Jerewan als auch Tbilisi, nicht aber Baku (moslemisches Land). Die Badehäuser im Aserbaidschan-Viertel von Tbilisi sind mit reich­haltigen Ornamenten verziert.  Folkloristisches Tanzprogramm beim Abendessen. Das Klima ist gemäßigter.

6. Tag: Tbilisi – Mzcheta – Uplisziche – Tbilisi

Ausflug nach Mzcheta, historische Hauptstadt und religiöses Zentrum. Hier kreuzte sich die geor­gische Heerstraße mit der Seidenstraße. Wir besuchten das auf einem Hügel thronende Dschwari-Kloster und die im Zentrum der Stadt liegende Swetizchoweli-Kathedrale. Weiterfahrt entlang der alten Seidenstraße nach Uplisziche, wo ausreichend Zeit zur Erforschung der antiken Höhlenstadt eingeplant war. Rückfahrt nach Tblisi.

Umfangreiche Geschichte in Mzcheta, ein wildgewordener Pope in der Kathedrale von Swetizchoweli, der keinen Millimeter Abweichung von seinen religiösen Dogmen duldet, spannende Eindrücke in der antiken Höhlenstadt Uplisziche mit einem kleinen Fußmarsch zwischen den Höhlen. Auf der Rückfahrt fast eine Überraschung – in Gori, dem Ort bei der Abzweigung, ist Stalin geboren, das Geburtshaus von Stalin und sein Reisewagon wurden besichtigt. Gori, ein Ort mit einem schweren Erbe, das aber dort hochgehalten wird.

7. Tag: Tbilisi – Kachetien – Baku

Ein Ausflug bringt die Gäste in die vor allem durch ihren Weinbau berühmte Region Kachetien, zu den Abhängen des über 3.000 Meter aufragenden Großen Kaukasus. Nach einer Weinverkostung ein längerer Umweg nach Sighnaghi und dann zurück zum Bahnhof von Tbilisi. Abends Fahrt mit dem komfortablen Expresszug der neuen Baku-Tbilisi-Kars-Verbindung. Grenzübertritt nach Aserbaid­schan gegen Mitternacht.

Sehr lange Busfahrt ins Weingebiet von Kachetien, professionelle Weinkultur, gutes Essen im Turm hoch über der kachetischen Ebene, Sighnaghi als Kurzbesuch. Der „komfortable Expresszug“ entpuppte sich als Altbestand russischer Waggons ohne Komfort (defekte Klospülung, mangelnde Waschgelegenheit), der im Kriechtempo für 632 km 14 Stunden (!) braucht. Seltsame Befragungen der aserbaidschanischen Grenzbehörden gegenüber Touristen, die auch in Armenien waren und Konfiszierung von „armenischem Propagandamaterial“ (Landkarten und Abrisse von Eintrittskarten).

8. Tag: Baku – Sheki

Morgens Ankunft in Baku, der am Kaspischen Meer gelegenen imposanten Hauptstadt Aserbaid­schans und größten Metropole der Kaukasus-Region. Nach dem Frühstück Fahrt Richtung Kaukasus nach Sheki.

In Baku war es dann wirklich heiß (bis 37 °C [6]; laut Wikipedia liegt das Kaspische Meer 28 Meter unter dem Meeresspiegel üblicher Messung; das erklärt wohl die hohe Temperatur noch besser), Ankunft erst um 11 Uhr. Frühstück eher Mittagessen, lange Fahrt nach Sheki – Ankunft erst 19 Uhr, Nächtigung im Grandhotel Sheki Marxal – dort urlauben bei gemäßigtem Klima viele russische, persische, türkische (?) reiche Familien mit vielen verschleierten Frauen, tolle Anlage mit Spa und Ferienwohnungen.

9. Tag: Sheki – Gabala – Shamakhi – Baku

Ausflug ins Bergdorf Kish, wo eine der ältesten christlichen Kirchen besichtigt werden kann.  Besichtigung des Khan-Sommerpalasts (Fresken und Glasfenster). Der nächste Stopp erfolgte in Ga­bala, wo man auf die Ruinenreste einer früheren antiken Hauptstadt trifft. In Shamakhi schließlich wurde die Juma-Moschee besichtigt, bevor man gegen Abend wieder Baku erreichte. Die „Flammen­den Türme“, das neue Wahrzeichen der Stadt, sind schon von Weitem sichtbar.

Über Wanderpfade nach Kish – erstaunlich, dass Autos da hinaufkommen, beim Som­merpalast wurde auch ein ethnografisches Museum besichtigt, bei der neuen Juma-Moschee wieder einmal Ärger über die Ungleichbehandlung von Frauen und Männern, Turmhotel in Baku mit schö­nem Blick über die Stadt, Baku machte einen sehr modernen gepflegten Eindruck.

10. Tag: Baku

Besichtigung der Altstadt (UNESCO-Weltkulturerbe) mit dem Jungfrauenturm und dem Shirvanshah-Palast. Neues, modernes Baku, zu deren wichtigsten Stationen die „Flammenden Türme“ und die Uferpromenade gehören. Fahrt zu einem zoriastrischen Tempel und zur Halbinsel Absheron zu den brennenden Hügeln Yanar dag.

An die Hitze gewöhnt man sich nie – jetzt hat es aber über 35 °C im Schatten. Schöner Blick auf die Coastline von Baku, Gedenkstätte von den Übergriffen der Sowjetarmee in Baku im Jänner 1991, der Feuerkult ist ähnlich dem in Persien, der Tempel Ateschgah ist als Museum gut gemacht, die brennenden Hügel sind eher bescheiden, auf in Summe circa sieben Quadratmeter strömt Gas aus der Erde, das angeblich schont seit Zwei- bis Dreijahrtausenden brennt. Wie das Erbe des Zarathustra zu bewerten ist, bleibt offen. In allen drei Ländern bzw. Hauptstädten spielte bei der Besichtigung weder Parlament noch Präsidentenpalast eine große Rolle – wohl aus Mangel an demokratischer Tradition?

11. Tag: Baku – Qobustan – Moskau – Wien

Vormittags Ausflug zu einem weiteren Welterbe-Höhepunkt, den steinzeitlichen Felszeichnungen von Qobustan. Dann ging es zum Flughafen. Nachmittags Rückflug über Moskau nach Wien, wo wir am Abend eintrafen.

Qobustan ist der Ort der Felszeichnungen – eher enttäuschend (?) – und ein großes Gefängnis. Um den Rückflug erreichen zu können, wurde anstelle des angebotenen Abschiedsessens im Restaurant in Meeresnähe ein reichhaltiges Lunchpaket organisiert (war vorzüglich), Rückflug ist normal  abgelaufen.

Zusammenfassung

Extrem dichtes Programm ohne freie Zeit. Viele Eindrücke. Gute Reiseleiter/innen, die aber nicht zusammenarbeiten. Braucht also erfahrene Reiseteilnehmer/innen, die sich nicht sofort einschüchtern lassen. Offensives Verhalten der aserbaidschanischen Grenzbehörden, insbesondere bei der Stichprobendurchsuchung, es muss doch klar sein, welche Reiseroute hier angeboten wird!

Vorschläge: Etwas längere Aufenthalte in den drei Hauptstädten mit mehr Freizeit. Anstatt der Zugfahrt wäre ein anderer Transfer anzudenken. Nochmals: Klare Anleitung für elektronisches Visum für Aserbaidschan in den Reisevertrag!

Jerewan

  • In den letzten Jahren hat sich das Stadtbild dynamisch entwickelt. Baustellen prägen das Stadtbild. Die typischen niedrigen Häuser mit wunderschönen Torbögen, großen Fenstern und den zerbrechlich anmutenden, hölzernen Balkonen verschwinden zunehmend. Ein Gefühl für das alte Jerewan bekommt man am ehesten bei einem Spaziergang durch einige Seitengassen im Zentrum, auch wenn diese alles andere als einladend aussehen (Müllhalden, streunende Hunde …).
  • Der Republiksplatz („Hanrapetuthjan hraparak“) nimmt eine Fläche von über 14.000 m² ein. Die Anlage wurde 1926 unter dem Architekten Alexander Tamanyan begonnen. Regierungsgebäude, Hotel Armenia, Postamt und Historisches Museum (mit staatlicher Gemäldegalerie) sind zumeist rotbraune Gebäude aus Tuffstein. Davor ein Springbrunnen („singende Fontänen“) und rundherum viele Cafés und Restaurants.
  • Nördlich davon verläuft die Abjovanstraße mit alten Bürgerhäusern und vielen modernen Glasfassaden. Zu den schönsten Häusern Jerewans zählen das Chanzandjan-Haus und Melikjan-Haus sowie das Haus Nr. 3 der „Armenian Society of cultural cooperation“ mit imposanter historischer Fassade aus schwarzem Tuff (etwas modernisiert). Kleiner Platz mit Springbrunnen und Figuren der 12 Sternzeichen ist nach Charles Aznavour benannt (Golden-Tulip-Hotel; Kino Moskva im sowjetischen Stil).
  • Freiheitsplatz („Azatutyan hraparak“) mit der Oper (Architekt Alexander Tamanyan) und zwei großen Statuen (Volksdichter Hovhannes Thumanjan und Komponist Alexander Spendiarov) in einem der belebtesten Viertel der Stadt.
Tai Pan Reiseblog - Armenien - Erevan

Kunstmarkt

  • Matenadaran (altarmenisch für „Bibliothek“, „Aufbewahrungsort von Handschriften“) ist das Zentralarchiv für alte armenische Handschriften – Mesrop-Maschtoz-Institut für alte Manuskripte. Seit 1962 ist es nach dem heiligen Mesrop Maschtoz benannt, dem Entwickler des armenischen Alphabets. Der Hauptteil des Bestandes von 17.000 Handschriften geht auf den Matenadaran des Katholikats der Armenischen Apostolischen Kirche in Etschmiadsin zurück. 1920 enteignet und nach Moskau überführt, gelangte die Sammlung 1939 nach Jerewan. Das heutige Gebäude im neo-armenischen Stil wurde zwischen 1945 und 1957 von Mark Grigoryan, dem damaligen Hausarchitekten von Jerewan, errichtet. Das Magazin wurde atombombensicher in den Fels gehauen und leidet heute unter Wassereinbrüchen. Die Sammlung enthält herausragende Beispiele armenischer Miniaturen. Das Etschmiadsin-Evangeliar von 989 in einem Elfenbeineinband des 6. Jahrhunderts hat fast den Rang einer nationalen Reliquie.
  • Etschmiadsin (Edschmiatsin/Vagharshapat): Sitz des Katholikos und Zentrum der armenischen Kirche in der Provinz Armavir, circa 20 km westlich von Jerewan in der Ararat-Ebene (durch den Fluss Arax von der Türkei getrennt), von vielen Völkern strategisch genutzt (z. B. Urartäer). Hier ist einst das Christentum ent­standen, hier haben die ersten Christen den Märtyrertod gefunden. Vagharshapat ist Zentrum des armenischen Christentums, an jenem Ort, wo laut Vision des heiligen Grigors (4. Jhdt.) der eingeborene Sohn Gottes herabgestiegen ist, wurde eine große Kirche errichtet. Heute ist es bedeutendes religiöses Zentrum. Im 7. Jhdt. vor Christus wurde von Urartäern auf dem heutigen Stadtgebiet ein Kanal zur Bewässerung erbaut; im 4. Jhdt. zerstörte der heilige Grigor (Katholikos der Armenier) den heidnischen Tempel des San­darament-Kultes und errichtete eine große Kirche. Die Stadt wurde in Edschmiadsin umbenannt. Einige Jahre später wurde neben der Mutterkirche der Palast des Katholikos errichtet sowie an weiteren visionären Stellen die Krypten des heiligen Hripsime von Gajane. Später wurde dann das Katholikosat verlegt und war fast 1.000 Jahre auf Wanderschaft. Erst im Jahre 1441 kehrte der Katholikos in die Ararat-Ebene zurück. Seither erlebten die Kirchen der Stadt eine weitere Blütezeit. Im 19. Jhdt. wurde ein Museum errichtet.
Tai Pan Reiseblog - Armenien - Yerevan - Matenadaran Schriftensammlung

Tbilisi

  • am Kura-Fluss gelegene Hauptstadt Georgiens
  • Viele Kulturen haben hier ihre Spuren hinterlassen. Der Handelsknoten wurde bereits von Persern, Türken und Russen begehrt und erobert. Bemerkenswert ist allerdings, dass seit der Eroberung durch die Perser 1795 die Stadt nicht mehr zerstört wurde und heute Bauwerke von Klassizismus, Osmanischem Barock bis hin zum Jugendstil zu bewundern sind. Es finden sich zwischen den wunderschönen alten Palästen und Kirchen verschiedenster Stile moderne Architekturbauten. Zudem zeigt sich in den Seitengassen der drohende Verfall, obwohl seit 2003 besonders auf Denkmalpflege geachtet wird.
  • Beeindruckend ist der Blick von oben. Mit der Standseilbahn geht es auf den Berg Mtazminda. Zu Füßen breitet sich die Stadt entlang des Flusses Kura zwischen den Hügeln aus.
  • Im Schwefelbäderviertel mit den heißen Quellen finden sich osmanische Badehäuser. Angeblich suchen dort auch heute noch Mütter Ehefrauen für ihre Söhne.
  • Durch die Altstadt streifen, schönes Handwerk (Teppiche), viele nette Lokale (insbesondere die Erekle-II-Straße = Lokalmeile) mit fantastischem Essen (gefüllte Teigtaschen, Käsefladen, Walnuss-Traubensaft-Konfekt und vor allem Brot) und – etwas gewöhnungsbedürftigem – Wein (Georgien gilt als Wiege des Weins) mit dem Puppentheater Teatro Rezo Gabriadze, dessen Stücke international bekannt sind.
Tai Pan Reiseblog - Georgien - Tiflis

Mzcheta

  • Mzcheta liegt am Karawanenweg, der von Norden über den Großen Kaukasus in den Orient führte; im Norden von Tiflis. Auf der Landstraße müssen auch heute noch Autofahrer warten, bis die Kühe vorbeigezogen sind. Einst reisten auch Puschkin, Tolstoi, Lermontow und Gorki hierher.
  • Dschwari-Kloster (auf einem Hügel thronend) und Swetizchoweli-Kathedrale (im Zentrum liegend)
  • historische Hauptstadt und religiöses Zentrum. Hier kreuzt sich die georgische Heerstraße mit der Seidenstraße.
  • Dschwari-Kirche (= „Kirche des Kreuzes“ – am Zusammenfluss von Mtkwari und Aragwi) ist ein Kirchenjuwel aus dem 6./7. Jhdt. (568–605 von Stefanos I. gebaut) und typisches Beispiel der frühen Kreuzkuppelarchitektur auf achteckigem Sockel und Vorbild für viele Kirchen in Georgien. Die erste Kirche mit umfangreicher skulpturaler Ausstattung. Einer der ältesten und bedeutsamsten religiösen Plätze Georgiens. Nach der Legende errichtete hier die heilige Nino, die das Christentum nach Georgien brachte, ein Holzkreuz anstelle eines heidnischen Tempels. Die riesigen Steinmauern haben die Farbe der umliegenden Berge.
  • Swetizchoweli-Kathedrale (= „lebensspendende/r Pfeiler/Säule“) aus dem 11. Jhdt. wurde über den Resten einer Kirche aus dem 4. Jhdt. errichtet. Eine legendenumwobene Kirche, bei der angeblich Engel an der Errichtung beteiligt waren. Hier wird angeblich das Gewand Christi aufbewahrt. Das Gewand wurde von einem jüdischen Priester namens Elias hierhergebracht. Unter König Mirian von Kartli wurde an der Grabstätte eine Kirche errichtet. Im 5. Jhdt. wurde dann unter König Wachtang Gorgassali II. eine neue Basilika erbaut. 1010–1029 wurde das heutige Gebäude vom Architekten Arsukidse geplant und ausgeführt. Das grandiose Bauwerk mit seinen harmonischen Proportionen, wunderbaren Schnitzereien, mit der klaren Fassadengliederung durch Blendarkaden zählt zu einer der größten Leistungen der georgischen Architektur. Sehenswert sind auch die prachtvollen Fresken, die schon mehrfach restauriert wurden. Stifter war der Katholikos Melchisedek I. Zahlreiche Umbauten folgten, u. a. eine Kuppel aus dem 15. Jhdt.
  • Die Samtavro-Kirche (= „Auferstehungskirche“) ist das dritte Baudenkmal aus dem 11. Jhdt. Berühmtheit erlangten die Steinschnitzereien an den Außenfassaden.
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Uplisziche

  • Antike Höhlenstadt an der Seidenstraße; circa 12 km von Gori entfernt, der Geburtstadt Stalins am nördlichen Ufer des Mtkwari. Uplisziche = „Festung Gottes“. Die Stadt wurde in der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends vor Christus gegründet. Die in den Fels gehauenen Säle, Tempel, Tunnel, Lebens- und Arbeits­räume erstrecken sich über vier Hektar. Es gibt ein Theater, eine Apotheke, ein Gefängnis. Die letzten Bewohner verließen Uplisziche im 18. Jhdt.
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Baku

  • Größte Stadt im Kaukasus (3 Millionen Einwohner, mit allen Pendlern halten sich tagsüber 10 Millionen auf). Seit dem Eurovision Songcontest 2012 und der Austragung von Formel-1-Autorennen ab 2016 hat sich die Infrastruktur enorm verbessert. Faszinierender Kontrast zwischen der von einer Mauer umgebenen Altstadt und den modernen neuen Gebäuden.
  • Wer in Baku landet, der merkt schnell, dass vieles in der Stadt mit dem Element Feuer zusam­menhängt oder darauf beruht. Die Aserbaidschaner nutzten bereits früh Öl, um Feuer zu machen. Die Lage Bakus in einem Erdölfördergebiet auf der Halbinsel Abşeron und die Nutzung des Feuers könnten ebenfalls als Ursprung für den Namen des Landes gelten. Denn die Perser nannten die Region des heutigen Aserbaidschan „Land des Feuers“.
  • Da liegt es nahe, dass auch heute Flammen als Wahrzeichen Bakus dienen und das Stadtbild prägen. Die sogenannten „Flammentürme“ (Flame Towers) liegen auf einem Hügel und überragen die Skyline von Baku. Die drei Türme, die wie Feuerzungen geformt sind, bilden mit knapp 200 Metern die höchsten Gebäude der Stadt und sind quasi von überall zu sehen.
  • Besonders imposant wirken die Türme in der Nacht, wenn die Glasfassaden mit einer LED-Projektion angestrahlt werden und wie lodernde Flammen über die Stadt wachen.
  • Die Altstadt wird von einem Festungsring umgeben, in dem zahlreiche historische Bauwerke erhalten geblieben sind. Ein markantes Bauwerk der Stadtbefestigung ist die Burg Dschebachan aus dem 14. Jahrhundert, die seit dem 20. Jahrhundert freigelegt und erforscht wird.
  • In der südlichen Altstadt liegt der Palast der Schirwanschahs, ein Gebäudeensemble mit Wohnpa­last, Mausoleum, dem sogenannten Jungfrauenturm (siehe Qız Qalası), der Schah-Moschee, dem Murad-Tor, der Key-Gubad-Moschee, dem Versammlungshaus und dem Badehaus.
  • Shirvanshah-Palast: Der Palast der Schirwanschahs (Şirvanşahlar sarayı/Schirwanschahlar sarayı) ist ein Komplex der herrschaftlichen Bauten auf dem Gipfel des Hügels von İçari Şahar. Unter diesem Namen wird oft auch nur der eigentliche Wohnpalast verstanden.
  • Die Schirwanschahs waren eine muslimische Dynastie, die in der Region Schirwan im Gebiet des heutigen Aserbaidschans regierte.
  • Zum Ensemble gehören das Mausoleum der Schirwanschahs, der Jungfrauenturm, die Schah-Moschee, das Grabmal des Seyid Yahya Bakuvi, das Murad-Tor, der Divanchana (Versammlungshaus), die Key-Gubad-Moschee und das Badehaus.
  • Der Wohnpalast ist der älteste Bau des Komplexes. Mit dem Bau wurde 1411 unter Schah Ibrahim I. begonnen, als die Hauptstadt endgültig nach Baku verlegt wurde. Die Bauarbeiten dauerten fast zehn Jahre. Der Palast besteht aus zwei identischen Stockwerken, auf jedem sind bis zu 25 Räume. Das unterste Stockwerk des Gebäudes beherbergt die Lagerräume und die Räumlichkeiten der Diener.
  • Der älteste Saal, der achteckige Divanchana, diente feierlichen Zeremonien. Er steht in einiger Ent­fernung zu den übrigen Bauten in der Mitte eines viereckigen Arkadenhofes. Dem Saal schließt sich ein Raum kleineren Umfanges an, der als Vestibül und Verbindung zu den Zimmern des oberen Stockwerkes diente. Die westliche Fassade wird von einem reich verzierten Portal gebildet, bekrönt von einer Kuppel. Im 18. Jahrhundert wurde der Palastkomplex bei einem Bombardement durch die russische Marine schwer beschädigt. Seitdem wurden zahlreiche Restaurierungen vorgenommen.
  • Jungfrauenturm: Der mächtige Jungfrauenturm an der Küste Bakus gibt den Wissenschaftlern bis heute Rätsel auf. Weder die genaue Funktion noch wann oder von wem er gebaut wurde, ist bis heute geklärt. Jeden­falls ist das sagenumwobene Bollwerk das Wahrzeichen Aserbaidschans und gilt als Symbol der Liebe und Reinheit.
  • Zu den zahlreichen islamischen, christlichen und jüdischen Sakralbauten Bakus gehört die Mohammed-Moschee aus dem 11. Jahrhundert, der ehemalige Feuertempel Ateschgah, die Tezepir-Moschee, die russisch-orthodoxe Kathedrale, die Bibi-Heybat-Moschee an der Südgrenze der Stadt oder die 1899 erbaute Erlöserkirche und die Kirche Gregor des Erleuchters aus dem Jahre 1887.
  • Baku ist die einzige muslimische Stadt weltweit, in der einer Frau ein Denkmal errichtet wurde, die ihre islamische Verhüllung wegwirft, den traditionellen Tschador.
  • Uferpromenade: Parallel zur Meeresküste verläuft der Baku Bulvar, der als Parkanlage ausgestaltet wurde und dessen Ursprünge bis in das 19. Jahrhundert reichen. Über drei Kilometer führt die Pro­menade von der bekannten Crystal Hall, der Austragungsstätte des Eurovision Song Contests, bis zum Platz der Freiheit – immer entlang des Wassers. Geplant ist, dass der Boulevard bis zum Jahr 2015 um mehr als 20 Kilometer erweitert werden und die Bucht Bakus umranden soll. Viele Einhei­mische nutzen den Boulevard und die parkähnlichen Anlagen zum Joggen, Fahrradfahren oder für sonstigen Sport.
  • Ebenfalls hervorzuheben ist die Nizami-Straße, eine bedeutende Einkaufsstraße im Stadtzentrum.
  • Das Heydar-Aliyev-Zentrum ist ein Kulturzentrum in der aserbaidschanischen Stadt Baku. Benannt ist es nach dem ehemaligen Präsidenten Heydar Aliyev; er ist 2003 verstorben ist und der jetzige Präsident ist sein Sohn.
  • Das Zentrum wurde zwischen 2007 und 2012 nach Plänen der irakisch-britischen Architektin Zaha Hadid erbaut und am 12. Mai 2012 vom Präsidenten İlham Aliyev eröffnet. Das Kulturzentrum beherbergt das neue Nationalmuseum, eine Bibliothek sowie Ausstellungs-, Konzert- und Konferenzsäle in unterschiedlicher Größe. Das Auditorium bietet Platz für 1.000 Menschen.
Tai Pan Reiseblog - Asebaidschan - Baku - Flammende Türme

Sheki/Nukha

  • Sheki liegt von Wäldern umgeben an den Ausläufern des Großen Kaukasus und gleicht einem orientalischen Kurort (mildes Klima, Khan-Palast, berühmte Süßigkeiten [Halva], wiederbelebte Weinkultur, Übernachtungsmöglichkeiten in alten Karawansereien).
  • Die zahlreichen Karawansereien zeugen von der Bedeutung als Handelsplatz. Begehrtes Handelsprodukt war insbesondere die in Sheki produzierte Seide.
  • Ursprünglich war Sheki die Hauptstadt eines eigenen Khanats. Zur Verteidigung gegen die Perser wurden zwei große Festungen errichtet, die dem Ansturm auch standhielten. Allerdings wurden 1772 große Teile der Stadt überflutet und zerstört.
  • Der Khanspalast von Şheki ist die ehemalige Sommerresidenz des Khane von Scheki. Er liegt in der Zitadelle der Stadt Şheki, umgeben von Burgmauern. Das Gebäude wurde im 18. Jahrhundert im persischen Stil errichtet. Naiv-realistische, farbenprächtige Malereien und bunte Glasfenster verzaubern die Besucher.
Tai Pan Reiseblog - Transkaukasus - Gruppenfoto

Gabala

  • Ruinenreste einer früheren antiken Hauptstadt des antiken Königreiches Albania aus dem 4. Jhdt. vor Christus. Rund 20 Kilometer vor der Stadt liegen die Ruinen der historischen Stadt aus dem 4. Jahrhundert vor Christus, die 1959 entdeckt wurden. Die Stadt war die alte Hauptstadt des antiken Königreiches Albania, bevor diese nach der Eroberung durch den Herrscher des Sassanidenreiches Peroz I. nach Partaw (damals „Perozabad“, pers. Perozstadt) verlegt werden musste.
  • Auch danach war das antike Gabala noch eine Bischofsstadt, die ausgegrabenen Befestigungen stammen wahrscheinlich aus dem 5. bzw. 6. Jahrhundert nach Christus. Auf einem 25 Hektar großen Gelände wurden eine Stadtmauer mit Zinnen, Tore, Wachtürme, Wohnhäuser, Schmelzöfen und Friedhöfe ausgegraben. Gefundene Artefakte belegen Handelsbeziehungen nach Europa, Asien und in den Nahen Osten.
Tai Pan Reiseblog - Aserbaidschan - Gabala Ausgrabungen

Shamaki/Şamaxi

  • Besichtigung der Juma-Moschee: Die heue unbedeutende Kleinstadt war einst wichtige Station an der Seidenstraße und Hauptstadt eines Khanats. Şamaxı ist bekannt für seinen traditionellen Tanz, der Tanz von Şamaxı, der auch Ähnlichkeiten mit persischen Tänzen aufweist. Obwohl Şamaxı oft durch Erdbeben und in Schlachten beschädigt wurde, ist es reich an historischen und kulturellen Schätzen.
  • Eines der ältesten Bauwerke ist die Djuma-Moschee, die im 10. Jahrhundert errichtet wurde. Über den Resten eines Tempels von Feuer-/Sonnenanbetern wurde im 10. Jhdt. eine Moschee errichtet. Auf deren Fundamenten wurde 1902 ein Neubau (Juma-Moschee) errichtet, der jedoch 1918 ausgebrannt ist. Die Ruine wurde in den 1970er-Jahren saniert und fungiert heute wieder als Gotteshaus.
Aserbaidschan - Shamaki - Moschee

Halbinsel Absheron/Abscheron

  • Fahrt zur Halbinsel Absheron zu den brennenden Hügeln Yanar Dag : Yanar Dağ/Yanar dagh (= brennender Berg) ist ein seit dem Altertum brennendes natürliches Erdgasfeuer am Hang eines Hügels in Aserbaidschan, wenige Kilometer nördlich von Baku.
  • Bis zu drei Meter hohe Flammen steigen aus einem zehn Meter breiten Grat an dem Kalksteinhügel.
  • Heute existieren nur eine Handvoll solcher natürlicher brennender Erdgasquellen in der Welt, die meisten davon in Aserbaidschan. Aufgrund des großen Erdgasvorkommens unter der Halbinsel Abscheron haben dort schon während des Altertums Feuer natürlichen Ursprungs gebrannt, worüber historische Schriftsteller wie Marco Polo berichtet haben.
  • Diese Feuer sehen am eindrucksvollsten in der Dämmerung aus, wenn Touristen wie Einheimische in dem nebenan gelegenen Teelokal sitzen, um sich von der spektakulären Sehenswürdigkeit inspirieren zu lassen. Dass Aserbaidschan in seiner Überlieferung und in seiner Kunst mit dem Feuer in Verbindung steht, führt man auf die alte Religion des Zoroastrismus zurück, die vor mehr als zweitausend Jahren in diese Gegend kam.
Tai Pan Reiseblog - Yanar - Brennender Berg

Gobustan (Qobustan)

  • Welterbe-Auszeichnung; Dorf mit steinzeitlichen Felszeichnungen etwa 50 km südwestlich von Baku
  • Zeichnungen/Ritzungen von Menschen, Tieren, Amazonen mit abgeschnittenen Brüsten, Ziegen und Stieren, Jagdszenen und Schiffen, die in den 1930er-Jahren entdeckt wurden. 1966 erfolgte die Einrichtung des Nationalparks.
  • Durch Erosionen kamen circa 6.000 Petroglyphen aus verschiedenen Zeitaltern zum Vorschein. Man nimmt an, dass in der Steinzeit das Meer bis hierher reichte und die Umgebung grün und fruchtbar war.
Tai Pan Reiseblog - Aserbaidschan - Gobustan

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