Zugegeben, Turkmenistan ist sicher nicht das erste Land das einem einfällt, wenn man an Urlaub denkt. Dieser Binnenstaat in Zentralasien beherbergt jedoch wichtige Zeugnisse aus der Zeit der Seidenstraße und eine zum Teil noch sehr lebendige Nomadenkultur in der zentralen Wüste Karakum.

Turkmenistan liegt am Südostufer des Kaspischen Meers und grenzt an Kasachstan, Usbekistan, an den Iran und an Afghanistan. Fast das ganze Land ist geprägt von der zentralasiatischen Wüste Karakum. An den nördlichen Randgebieten geht die Wüstenlandschaft nach Usbekistan über. Die Seidenstraße verlief als wichtigster Handelsweg durch die bizarre Wüste. Im Altertum und im Mittelalter war die Stadt Merv im südlichen Landeszentrum die wichtigste Handelsstadt. Merv ist die Traumstadt von Besuchern, die sich für alte Kulturen begeistern. Die Ruinen (UNESCO Weltkulturerbe) von Merv gehören heute zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten des Landes. Besonders imposant ist auch das geheimnisvolle Mausoleum von Sultan Sandschar. Die einmalige Kuppel sorgt für wunderbare Fotomotive!

Die weiße Hauptstadt und Wirtschaftsmetropole Ashgabat mit rund einer Million Einwohnern liegt am Karakumkanal. Hier befinden sich alle Ministerien und wichtigen Banken des Landes. Prunkvoll wird hier der enorme Reichtum zur Schau gestellt. Riesige Triumphbögen, weiße Marmorgebäude, mehrspurige Paradestraßen, weitläufige Moscheen und ein Hochzeitspalast, gekrönt von einem goldenen Globus, beeindrucken. Übrigens müssen auch alle Autos hier weiß und sauber sein – wer einen schmutzigen Wagen fährt, bezahlt Strafe; andersfarbige Autos müssen umlackiert werden! Der Grund dafür ist, dass Präsident Gurbanguly Berdimuhamedow einen sehr ausgeprägten Weiß- und Sauberkeits-Tic hat. Aus diesem Grund sind übrigens auch die Gebäude der Stadt weiß!

Aber auch das alte Traditionen werden hier noch zelebriert, allen voran das Teppich-Handwerk. Daher ist der Besuch des Teppich-Museums ein absolutes „must“ in der Hauptstadt. Ganz bequem fährt man mit einer Seilbahn zur Bergstation am Fuße des Koet Dag-Gebirges. Die Aussicht über Ashgabat bis hin zur Wüste ist beeindruckend!

Sehenswürdigkeiten

Sehenswert sind neben Merv und Ashgabat auch die Höhlenstadt Ekedechik und die Ruinen von Nissa, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. In dieser imposanten Festung, deren Mauern noch heute von der einstigen Größe zeugen, residierten bereits vor mehr als 2000 Jahren die Herrscher des Parther-Reiches, des mächtigsten Gegenspielers der Griechen und Römer.

Für ein unvergessliches Erlebnis sorgt der Besuch des Darvaza Gas-Kraters in der Wüste Karakum nahe der Ortschaft Derweze mitten in der Wüste, vorzugsweise abends. Die lodernden Flammen leuchten in der Dunkelheit schon von Weitem. Das „Tor zur Hölle“ ist nicht nur warm, sondern echt spektakulär. Der Krater entstand 1971 bei der Suche nach Gasvorkommen. Man kann diesen Ausflug buchen, oder selbst mit dem Auto oder mit einem Taxi besuchen.

Fakten zu Turkmenistan

  • Der internationale Flughafen befindet sich nahe der Hauptstadt Agshabat.
  • Die Amtssprache in Turkmenistan ist Turkmenisch. Turkmenisch. Russisch wird von vielen Einwohnern als Zweitsprache gesprochen. Die Minderheiten im Land sprechen ihre eigenen Sprachen wie Kasachisch, Tatarisch, Ukrainisch oder Aserbaidschanisch.
  • Klima: kontinentales Klima mit extrem heißen Sommern und sehr kalten Wintern mit niedriger Luftfeuchtigkeit. Ideale Reisezeiten: April und Mai sowie September bis November. Die blühende Wüste macht besonders den Frühling als Reisezeitraum attraktiv.
  • Der Zeitunterschied liegt bei MEZ +4 Stunden.
  • Turkmenistan besteht zu 70 % aus Wüste
  • Turkmenistan hat mehrere Seidenstraßenstädte (und UNESCO-Weltkulturerbestätten)
  • In Turkmenistan leben mehr als fünf Millionen Menschen. Die meisten von ihnen, rund 80 Prozent der Einwohner, sind Turkmenen, aber auch Russen und Usbeken. Weitere kleine Minderheiten sind Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Belutschen und Armenier.
  • Religion: Fast alle Bewohner sind Muslime.

Besonderheiten Turkmenistans

  • Die Zugehörigkeit eines Turkmenen zu seinem Stamm ist überaus wichtig. Daher gibt es für jeden Stamm auch unterschiedliche Kleidung, Dialekte und Teppichmuster. Der in der Politik mächtigste Stamm ist der der Achal-Teke. Die übrigen Hauptstämme heißen Yomut, Ersari, Chowdur und Saryk.
  • Einen turkmenischen Mann erkennt man an seinem „Telpek“, seiner Kopfbedeckung. Der Telpek aus Schaffell wird als Zeichen der nomadischen Tradition und Kultur getragen. Er stabilisiert die Körpertemperatur sowohl im Sommer als auch im Winter.
  • Eine Besonderheit in Turkmenistan sind die süßen, saftigen und großen Melonen! Sie sind so berühmt, dass es sogar einen eigenen Melonen-Feiertag gibt.
  • 2013 wurde Turkmenistan ins Guinness Buch der Rekorde aufgenommen, da es die höchste Konzentration an weißen Marmorgebäuden der Welt hat!
  • Nur saubere Autos dürfen in Ashgabat fahren, daher gibt es zahlreiche Waschstraßen. Besitzer schmutziger Autos müssen Strafe zahlen.
  • Nur weiße Autos dürfen in Ashgabat fahren, doch diese Regel gilt nur für Einheimische, bei Touristen wird ein Auge zugedrückt.
  • Die Turkmenen sind ein echtes Reitervolk! Beeindruckend ist die riesige und top moderne Pferderennbahn Hippodrom allemal. Jedes Wochenende finden hier Wettbewerbe statt. Der Eintritt für Besucher ist kostenlos.

Essen, Sitten & Gebräuche

Es gibt in Turmenistan vor dem Hauptgericht immer etwas Süßes, wie zum Beispiel Walnusskrokant. Das Nationalgericht „Plov“ – eine große Reispfanne mit Karotten, Gewürzen und Hammelfleisch (alternativ auch Huhn) – wird zu jedem Anlass gerne gegessen.  Auch gibt es das auch bei uns bekannt Schaschlik, dazu die kleinen Fladenbrote „Lipioschka“, Teigfladen mit Fleisch und Gemüse oder Samsa, scharf gewürzte Teigtaschen. Weitere Spezialitäten sind Lammfleisch aus dem Ofen mit Kräutern und „Schorpa“, eine Suppe mit Fleisch und Gemüse. Alkohol ist wenig verbreitet; Tee oder Kefir werden getrunken.

Die Tischsitten sind an den Islam angelehnt. So zieht man immer die Schuhe vorm Betreten eines Hauses oder einer Wohnung aus. Man isst mit der rechten Hand. In Turkmenistan darf man niemals Fladenbrot mit der Oberseite auf den Tisch legen.

Die Gastfreundschaft der Turkmenen ist überaus großzügig! Gerne teilt man auch das Essen mit einem Fremden.

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